Als riskanter Alkoholkonsum wurde in einer Empfehlung des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen bei Frauen der Konsum von 2 oder mehr Standardgetränken pro Tag definiert. Bei Männern sprach man demnach bei einem Konsum von 3-4 oder mehr Standardgetränken pro Tag von einem riskanten Alkoholkonsum. Ein Standardgetränk entspricht etwa 10 g Reinalkohol, das sind beispielsweise 0,3 l Bier oder 0,1 l Wein. Sogenanntes Rauschtrinken, also das Konsumieren von mehr als 4 bis 5 Standardgetränken bei einer Trinkgelegenheit, galt ebenfalls als riskanter Alkoholkonsum, ebenso wie Alkoholkonsum an mehr als fünf Tagen pro Woche.1

Die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums sind dabei erheblich: Eine Meta-Analyse mit fast 600.000 Alkoholkonsumierenden ergab, dass bei einem Konsum von mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche (das entspricht etwa einem Liter Wein oder zwei Litern Bier) die Sterblichkeit gravierend ansteigt, so hängt dabei beispielsweise das Risiko eines Schlaganfalls fast linear mit dem Alkoholkonsum zusammen.2

Entsprechend wurde aufgrund neuer wissenschaftlicher Evidenz auch von der DHS die Schlussfolgerung gezogen, dass eine Definition von Schwellenwerten für risikofreien Konsum nicht mehr möglich ist. Die Empfehlung der DHS wurde entsprechend dahingehend angepasst, dass Männern von einem Konsum über 24 g Reinalkohol pro Tag abgeraten wird, Frauen wird vom Konsum über 12 g Reinalkohol pro Tag abgeraten. Dies gilt nur unter der Voraussetzung, dass an wenigstens zwei bis drei Tagen pro Woche komplett auf Alkohol verzichtet wird.3

„Gesundheitsschäd­licher Alkoholkonsum wird als mitverursachend für über 200 Krankheiten angesehen. […]Durch verhältnispräventive Maßnahmen und das öffentliche Eintreten für einen verantwortungs­vollen Umgang mit Alkohol sollte der riskante Alkoholkonsum in der Bevölkerung weiter reduziert werden.“

Lange, C., Manz, K. & Kuntz, B. (2017). Alkoholkonsum bei Erwachsenen in Deutschland: Riskante Trinkmengen, 2 (2). Journal of Health Monitoring. Berlin: Robert Koch-Institut.

Verbreitung des riskanten Alkoholkonsums
unter Studierenden

Studierende trinken häufig und viel – der Alkoholkonsum ist dabei oft an die Rhythmen des Studiums (Vorlesungs- und Prüfungszeit) angepasst und die Anzahl der alkoholischen Getränke, die zu einem Anlass getrunken werden (sogenanntes binge drinking), ist hoch1. Der Anteil der riskant alkohol-konsumierenden Personen ist in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren, also dem typischen Alter von Studierenden, am höchsten2. Studierende im Alter von 18-25 Jahren weisen dabei im Vergleich zu Nicht-Studierenden einen signifikant höheren durchschnittlichen wöchentlichen Alkoholkonsum auf3. Etliche Studierende stufen ihren Alkoholkonsum selbst als problematisch ein: 29 % der Studierenden gaben an, dass Sie schon einmal das Gefühl hatten, dass Sie ihren Alkoholkonsum reduzieren sollten und 9 % glauben nicht, dass Sie jederzeit auf alkoholische Getränke verzichten könnten4.